In Botsuana leben die Menschen heute gut zehn Jahre länger als noch im Jahr 2000. Eine ähnlich beeindruckende Entwicklung hat Ruanda durchlaufen. Beide Länder haben in ihre Gesundheitssysteme investiert, Versicherungen aufgebaut und gegen Aids gekämpft. Das hat nicht nur jedem Einzelnen geholfen, sondern die Länder insgesamt robuster gemacht.

Ein intaktes Gesundheitssystem sorgt für größere Sicherheit und Stabilität. Darauf hat auch die Bundesregierung in ihrem „Weißbuch zur Sicherheitspolitik“ kürzlich hingewiesen. Seuchen wurden darin als eine von zehn zentralen Herausforderungen der staatlichen Sicherheit definiert. Als 2014 die bisher größte Ebola-Epidemie ausbrach, destabilisierte sie ganze Regionen in Westafrika. Gesundheit hat eben nicht nur einen individuellen Aspekt. Sie ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Ebenso wie Frieden, gute Regierungsführung, die Wahrung der Menschenrechte, der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und der Kampf gegen extreme Armut ist eine leistungsfähige Gesundheitsversorgung die Grundlage für ein Leben in Sicherheit und Würde.

Wenn Deutschland am 1. Dezember die G20-Präsidentschaft übernimmt, wird Gesundheit eines der Themen für den Gipfel im Juli 2017 in Hamburg sein. Schon 2007 in Heiligendamm legten die G8-Staaten ein 45 Milliarden Euro schweres Programm zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose auf. 2015 in Elmau verpflichteten sich die G7-Staaten zur verstärkten Forschung an vernachlässigten Tropenkrankheiten. Auch stockten sie die Mittel für die Impfallianz Gavi auf.

Mit unserem Schwerpunkt Gesundheit wollen wir in dieser Ausgabe von akzente einen Blick auf dieses Thema werfen. Folgen Sie in der Titelgeschichte der Wissenschaftsjournalistin Jana Schlütter nach Südafrika. Erfahren Sie, wie ein Kurznachrichtendienst die Versorgung von Schwangeren verbessert und wie mit intensivem Datenaustausch, ebenfalls über Mobiltelefone, Seuchen eingedämmt werden.

Gesundheit ist ein hohes Gut. Die GIZ arbeitet seit Jahren daran, Krankenversicherungssysteme in Entwicklungsländern aufzubauen, zum Beispiel in Indien, Indonesien, Kambodscha, Kenia und Ruanda. Millionen von Menschen, die sich früher keine Behandlung leisten konnten, bekommen so Zugang zu Ärzten und Krankenhäusern. Auf diese Arbeit sind wir, zugegeben, auch ein wenig stolz.

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