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Grüner und gerechter

Regierungen investieren hunderte Billionen Euro in ihre Volkswirtschaften, um die Folgen der Corona-Pandemie abzumildern. Diese Sondersituation bietet eine einmalige Chance, das Leben grüner und gerechter zu gestalten.

Green Recovery

Der Wechsel hin zu anderem Wirtschaften hatte sich schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie abgezeichnet. Die drohende Erderwärmung, ein unverantwortlich hoher Ressourcenverbrauch und wachsende Ungleichheit zeigten die Grenzen des Wachstums auf. Covid-19 hat dies nun noch verstärkt: Je mehr Ökosysteme zerstört werden, desto stärker der Klimawandel und desto höher die Wahrscheinlichkeit neuer Pandemien – mit allen negativen Folgen gerade für die Ärmsten.

Um solche Ausnahmesituationen nicht zur Regel werden zu lassen, sollte Nachhaltigkeit zur obersten Priorität werden, genau wie es die Agenda 2030 und das Pariser Klimaabkommen vorsehen. Das Ziel sind umweltfreundliche, gendergerechte und soziale Gesellschaften. Die Reaktionen auf die Krise könnten diese notwendige sozial-ökologische Transformation beschleunigen, vorausgesetzt die Konjunkturpakete setzen die richtigen Impulse: Das zusätzliche Geld sollte zum Beispiel in erneuerbare Energien, grünen Wasserstoff, Energieeffizienz, wassersparende Landwirtschaft und in den Erhalt der Artenvielfalt investiert werden. Und es sollte dort Ausgleich schaffen, wo Menschen durch den Wandel abzurutschen drohen.

17%

der bisherigen Post-Corona-Maßnahmen
gelten laut OECD als grün und nachhaltig.

Die GIZ unterstützt eine Vielzahl an Green-Recovery-Maßnahmen in ihren Partnerländern. Sie fördert unter anderem nachhaltige Jobs, ressourcenschonende Technologien und grüne Finanzprodukte. Von den richtigen Entscheidungen und Investitionen jetzt verspricht sich die GIZ einen raschen Übergang zu insgesamt nachhaltigeren Wirtschafts- und Gesellschaftssystemen. Die Post-Corona-Zeit bietet damit die günstige Gelegenheit, eine doppelte Dividende einzufahren.

Zitat

Inger Andersen, ©UNEP

„Die Menschheit kämpft mit einer Pandemie, einer Wirtschaftskrise und einem ökologischen Kollaps. Wir können es uns nicht leisten, an irgendeiner dieser Fronten zu verlieren.“

 

Inger Andersen
Direktorin des UN-Umweltprogramms (UNEP)

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