Afrikanische Perspektiven

Information ist ein mächtiges Instrument demokratischer Meinungsbildung. Die African Union Media Fellowship fördert afrikanische Journalist*innen, Geschichten für und über ihren Kontinent selbst zu erzählen.

Unabhängiger, faktenbasierter Journalismus wird immer wichtiger, um Zugang zu Informationen und gesamtgesellschaftliche Debatten zu ermöglichen. Digitale Medien vereinfachen und beschleunigen den Informationsfluss, sie erreichen immer mehr Menschen, doch auch Desinformationen verbreiten sich in Windeseile. Die schnell fortschreitende Digitalisierung Afrikas birgt hier sowohl Chancen als auch Herausforderungen für Regierungen, Gesellschaften, Unternehmen und Bürger*innen.

Wie können mehr Menschen gewonnen werden, sich aktiv und gut informiert mit afrikanischen Entwicklungsdebatten auseinanderzusetzen? Die Kommission der Afrikanischen Union (AU) geht in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH neue Wege. Im Frühjahr 2022 startete die AU Media Fellowship.

Die AU Media Fellowship im Überblick

Die folgende Karte zeigt die regionale Verteilung des ersten Jahrgangs 2022. Klicken Sie auf die pulsierenden Kreuze, um zu exklusiven Statements einiger Fellows zu gelangen.

Afrika Karte

Jeanine Fankam

„Afrikanische Journalist*innen wissen, wie man mit fast nichts viel erreicht.“

Aïssatou Fofana

„Es muss ein echter Paradigmenwechsel her, um besser über Afrika zu berichten.“

Yasser Machat

YouTuber und Content Creator mit mehr als 350.000 Follower*innen

Simmi Areff

Preisgekrönter Comedian und Podcast-Pionier

INIT

Das Pilotprojekt bewegt sich an der Schnittstelle zwischen digitaler Innovation und Bürgerbeteiligung. Es richtet sich an klassische Journalist*innen und Content Creators, die ihre Inhalte über soziale Netzwerke und digitale Plattformen verbreiten. Das Interesse war riesig: 800 Menschen bewarben sich im April 2022 auf die Fellowship.

Bei der Auswahl achteten die Initiatorinnen auf Repräsentation: Die 15 Ausgewählten – unter ihnen neun Frauen – kommen aus zwölf afrikanischen Ländern, alle sechs hauptsächlichen Arbeitssprachen der AU sind vertreten. Sie arbeiten für renommierte Medienhäuser auf dem Kontinent und internationale Outlets, erreichen Hunderttausende Follower*innen über soziale Medien und sind Medienprofis mit innovativen Ideen aus und für Afrika. Was bietet ihnen die Fellowship?

Inspiration durch Recherchen in Afrika und Deutschland

Studienreisen führten die Fellows nach Bonn und Berlin sowie Addis Abeba, Johannesburg und Kapstadt. Auf dem Global Media Forum in Bonn, der größten Medienkonferenz Europas, vertraten sie öffentlichkeitswirksam (pan)afrikanische Perspektiven. In Berlin tauschten sie sich mit mehreren Bundestagsabgeordneten aus, unter anderem über die Arbeit des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages. Im WELT Newsroom erlebten die Fellows hautnah die Arbeit des größten Verlagsnetzwerkes Europas.

Die Agenda 2063 und digitale Transformation

Die Entwicklungsziele der Afrikanischen Union sind in der Agenda 2063 festgeschrieben, welche unter anderem ein „integriertes, wohlhabendes und friedvolles Afrika, getragen von den eigenen Bürger*innen“ vorsieht. Auch die Digitale Transformationsstrategie der AU 2020–2030 zielt darauf ab, Digitalisierung im Sinne inklusiver Gesellschaften und verbesserter Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger zu nutzen. Um sich diesen Zielen zu nähern, riefen AU und GIZ die AU Media Fellowship ins Leben.

In Addis Abeba, dem Hauptsitz der Kommission der AU, lernten sie in Gesprächen mit dem Generaldirektor und der stellvertretenden Vorsitzenden konkrete Strategien zur Erreichung afrikanischer Entwicklungsziele kennen. Exklusiven Einblick in das Panafrikanische Parliament und in aktuelle Debatten erhielten sie in Midrand, Johannesburg.

Neben theoretischem Austausch und praktischem Wissen über mobilen Journalismus bietet die AU Media Fellowship eine Plattform, um kooperativ über Grenzen hinweg zu arbeiten und neue panafrikanische Narrative zu gestalten. Oft wird immer noch klischeehaft von außen über Afrika und zu wenig über eigene Angelegenheiten berichtet. Die AU Media Fellows arbeiten daran, dies zu ändern: aktuell in ihren Abschlussarbeiten zu Themen wie dem Freihandelsabkommen AfCFTA, politischer Stabilität und Digitalisierung.

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AU Fellows

Der erste Jahrgang der AU Media Fellowship während seiner Studienreise nach Addis Abeba im Oktober 2022

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