Westafrika

Start-ups: Debu Odulana

Gründer Debu Odulana über den Mangel an guten Praxisräumen in Nigeria und die Onlineplattform „Doctoora“ 

Debu Odulana (29) Gründer der Onlineplattform „Doctoora“ in Lagos, Nigeria​

Debu Odulana (29) Gründer der Onlineplattform „Doctoora“ in Lagos, Nigeria

„Als ich vom Medizinstudium in den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Nigeria zurückkam, fiel mir auf, dass es hier an guten Praxisräumen mangelt. Oft verdient man hier einfach nicht genug, um eine eigene Praxis zu eröffnen. Viele gehen ins Ausland – rund tausend Mediziner*innen verliert das Land dadurch jährlich. Gleichzeitig werden viele Gesundheitseinrichtungen nicht voll genutzt. Das brachte mich auf die Idee für eine Plattform, die Ärztinnen und Ärzten hilft, hier im Land zu praktizieren. Über die Plattform finden sie Zugang zu Gemeinschaftspraxen und können ihre Dienstleistung online bewerben. Ich hatte 550 Euro gespart, mein Partner gab etwas mehr als 100 Euro dazu und ich borgte etwas Geld von Freunden und in der Familie, um „Doctoora“ zu gründen. Entstanden ist daraus ein Netzwerk aus 21 Praxen in ganz Lagos und Umgebung. Zu unseren Kund*innen gehört etwa eine Sexualtherapeutin, deren Patient*innen so verstreut sind, dass es sich für sie nicht lohnt, von einem einzigen Standort aus zu arbeiten. Sie nutzt jetzt vier unserer Gemeinschaftspraxen und kann so viel flexibler arbeiten. Ein anderes Erfolgsbeispiel ist eine Optometristin (Augenoptikerin), die gerade angefangen hatte zu praktizieren, als sie „Doctoora“ entdeckte. Sie buchte für die ersten sechs Monate Praxisräume und baute sich von dort einen Kundenstamm auf. Für sie konnten wir den Einstieg in den Markt abfedern. Natürlich waren die Herausforderungen anfangs groß – insbesondere Investoren zu finden, die hier in Nigeria wenig risikofreudig sind. Viele Start-ups konkurrieren in Westafrika um den gleichen kleinen Pool an Geld. Daher war die Unterstützung durch die GIZ sehr hilfreich. Die ersten drei Monate haben es uns ermöglicht, neue Wege zu entwickeln, das Unternehmen voranzubringen und währenddessen immer zu überprüfen, ob wir richtig liegen. Danach gingen wir in die Mentorenphase über und die GIZ hat uns mit wichtigen Vertreter*innen der Industrie bekannt gemacht. Uns so präsentieren zu können, war großartig, insbesondere auf der CEBIT in Hannover."  

Die anderen Stimmen:

Edmond Nonie

Ifeyinwa Ugochukwu

Tunji Eleso

Jan Schwaab

Januar 2019

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