Servus aus Lilongwe!

Finanzexperte Thomas Buck berichtet von seinem Leben in Malawi.

Thomas Buck

Servus aus Lilongwe!

Ich lebe und arbeite seit Anfang 2018 in der Hauptstadt Malawis im südlichen Afrika. Für eine Familie mit Kindern – seit einigen Monaten sind wir zu fünft – ist es ein super Standort. Lilongwe ist trotz einer Bevölkerung von rund 1,1 Millionen überschaubar, ruhig und grün, außerdem gibt es gute Schulen. Bevor mein Arbeitstag um 7 Uhr 20 beginnt, habe ich bereits mit meiner Frau und den drei Kindern gefrühstückt und das mittlere in den Kindergarten gebracht. Unser Großer wird vom Schulbus abgeholt.

Bei der GIZ in Malawi leite ich die Gruppe der Finanzmanager. Zu siebt betreuen wir die verschiedenen Projekte, die die GIZ derzeit im Land umsetzt. Unsere Aufgabe ist es, die Projektverantwortlichen in allem, was mit Finanzen zu tun hat, zu entlasten. Die Projekte, die wir hier umsetzen, basieren zunehmend auf Kofinanzierungen, das macht die finanzielle Seite und die Verwaltung besonders anspruchsvoll. Hier in Malawi beispielsweise ist fast jedes Projekt durch die Europäische Union kofinanziert. Wir kümmern uns um die komplexen Kalkulationen und die Finanzberichterstellung für Kofinanzierungspartner ebenso wie um Qualitätssicherung und Transparenz.

Dass es mich einmal so weit fort aus Bayern verschlagen würde, hätte ich mir in meiner Jugend nicht träumen lassen. Allerdings war schon ganz früh klar, dass ich etwas mit Finanzen machen würde. Bereits in der Realschule habe ich den Wirtschaftszweig besucht und nach dem Abschluss eine Banklehre gemacht. Einige Jahre später habe ich ein Betriebswirtschaftsstudium draufgesattelt, mit den Schwerpunkten Finanzwesen und internationales Management. Seit 2010 arbeite ich für die GIZ, vor Malawi war ich vier Jahre lang in Ghana ebenfalls als Finanzmanager tätig.

Besonders viel Spaß an meinem Job macht es mir, Wissen zu vermitteln. Dazu habe ich in Lilongwe Gelegenheit, da ich eine Gruppe von Finanzmanagern mit unterschiedlichem Kenntnisstand leite. Es sind erfahrene Finanzfachleute dabei, aber auch solche, die gerade ihre Traineeship abgeschlossen haben. Sie zu unterstützen, macht auch deshalb Freude, weil sie alle sehr engagiert sind und großes Vertrauen untereinander herrscht.

Sonnige Grüße
Thomas Buck

aus akzente 3/19