Wirkungsdaten

GIZ wirkt weltweit

Die neuen Wirkungsdaten der GIZ sind da. Fachkonzeptionist Lennart Bendfeldt-Huthmann erklärt im akzente-Interview, wie sie entstehen.

Text: 
Sabrina Pfost
Foto: 
nathan-dreessen.de

Warum erhebt die GIZ weltweit Daten?

Lennart Bendfeldt-Huthmann arbeitet als Fachkonzeptionist in der Stabsstelle Evaluierung. Zuvor war er in einem Friedens­projekt in Sri Lanka für das Monitoring verantwortlich.

Lennart Bendfeldt-Huthmann, arbeitet als Fachkonzeptionist in der Stabsstelle Evaluierung. Zuvor war er in einem Friedens­projekt in Sri Lanka für das Monitoring verantwortlich.

Die Arbeit der GIZ ist konsequent auf Wirkung ausgerichtet. Wir arbeiten immer dafür, positive Veränderungen und bessere Lebensbedingungen vor Ort zu erreichen. Die Wirkungsdaten erheben wir, um dies greifbar zu machen, über Projekt- und Ländergrenzen hinaus. Sie tragen zum Dialog mit der Öffentlichkeit, mit unseren Partnern und Auftraggebern bei. 2018 haben wir nach 2014 und 2016 das dritte Mal weltweit Daten abgefragt. Die Beteiligung war hoch: Von insgesamt 2.175 Projekten berichten 81 Prozent über die Wirkungen ihrer Arbeit im Zeitraum zwischen 2015 und 2017. Die Ergebnisse können überwiegend in direkten Bezug zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen (SDG) gestellt werden. Ein Beispiel: Durch den Beitrag der GIZ und ihrer Partner sind zwischen 2015 und 2017 weltweit 970.000 Menschen neu in Beschäftigung gekommen. Damit leistet die GIZ einen Beitrag zum Ziel 8 der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung: dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle zu erreichen. 29 Millionen Menschen erhielten außerdem eine bessere Schulbildung. Dies entspricht der Einwohnerzahl Delhis.

Wie gehen Sie vor?

Im ersten Schritt haben wir zehn Themenfelder ausgewählt – darunter Flucht, Klima, Beschäftigung und Landwirtschaft. Innerhalb dieser Felder wurden 29 Indikatoren formuliert, die eindeutig und leicht messbar sind, um möglichst viele Programme und Projekte einzuschließen. Anschließend haben die verantwortlichen Mitarbeiter*innen zu allen Wirkungen berichtet, zu denen ihre Projekte beitragen und diese mithilfe eines Fragebogens in einem Umfrageportal erfasst. Abschließend prüfen wir mit Unterstützung unseres Fach- und Methodenbereichs die Ergebnisse und finden Vergleiche, um abstrakte Zahlen besser greifbar zu machen. Beispielsweise erhielten 351 Millionen Menschen weltweit eine bessere Krankenversicherung – mehr Menschen, als in den Vereinigten Staaten von Amerika leben.

Was gibt‘s 2018 Neues?

Wir haben ein eigenes Webportal entwickelt. Die Projekte konnten ihre erzielten Wirkungen mithilfe von Leitfragen erstmals digital erfassen. Dadurch können wir künftig jedes Jahr die Daten erheben und veröffentlichen. Außerdem ist es uns 2018 zum ersten Mal gelungen, Daten aus dem Bereich Klima zu bestätigen und zu veröffentlichen.

Wieso ist das so schwer?

Die Arbeit der GIZ wirkt im Bereich Klima häufig indirekt. So berät die GIZ beispielsweise Regierungen beim Erreichen ihrer nationalen Klimaschutzziele oder erstellt Machbarkeitsstudien für ihre Partner. Durch Projekte, die sich daraus ergeben, wie den Bau und Betrieb von Anlagen der erneuerbaren Energieerzeugung, wird wiederum der Ausstoß vom Treibhausgasen reduziert oder ganz vermieden. Umgerechnet rund 36 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente konnten durch den Beitrag der GIZ im Zeitraum zwischen 2015 und 2017 weltweit gemindert werden. Das ist mehr als der jährliche Ausstoß von Berlin.

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