„Flexibilität ist der Schlüssel.“

GIZ-Programmleiter Georg Fritzenwenger über das Programm zur Ausbildung und Alphabetisierung der afghanischen Polizei.

Georg Fritzenwenger, Leiter des Programms zur Ausbildung und Alphabetisierung der afghanischen Polizei

Georg Fritzenwenger, Leiter des Programms zur Ausbildung und Alphabetisierung der afghanischen Polizei

Herr Fritzenwenger, was wurde mit dem Alphabetisierungsprogramm bisher erreicht?
Dies ist das einzige Programm der GIZ, das in allen 34 afghanischen Provinzen präsent ist. Beim Abschluss erhalten die Absolventen ein anerkanntes Zertifikat vom Bildungsministerium, das einem Schulabschluss der 3. Klasse entspricht. Der Zugewinn an Selbstbewusstsein und Professionalität ist ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor.  

Wie funktioniert bei dieser großen Reichweite die Koordination?
Der Schlüssel liegt in der Flexibilität und Erreichbarkeit der Alphabetisierungskurse. Die Polizist*innen besuchen die Klassen während ihrer Dienststunden, direkt an ihrem Arbeitsplatz. Das spart Zeit und Wege. Kurse finden momentan in 2.400 Polizeistationen, aber auch auf dem Land an Straßencheckpoints statt. Wenn in einer Region Bedarf entsteht, meldet sich der oder die Regionalkoordinator*in bei der GIZ. Sobald ein Klassenzimmer gefunden ist, liefern wir umgehend Möbel und Unterrichtsmaterial.

Was sind die Herausforderungen?
Gerade in instabilen Regionen, wo die Polizei de facto militärische Aufgaben übernehmen muss, bleibt das Bewusstsein, dem Bürger zu dienen und Sicherheit zu gewährleisten, leicht auf der Strecke. Genau dafür entwickeln die Lernenden in unseren Kursen ein Bewusstsein. Langfristig erhoffen wir uns eine positive Auswirkung auf die Stabilität des Landes.

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