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GIZ-Akzente-1-15-Deutsch

AKZENTUIERT akzente 1/15 17 nistans. Ihre Generation ist es, die das geschundene Land wieder aufbauen soll. Hohe Erwartungen liegen auf ihnen, und sie sind sich dessen bewusst. „Wir wollen unserem Land helfen“, sagt Muzhda. Für eine gute Ausbildung einiges auf sich genommen Héctor Piedrafita wusste schon lange, dass er erst einmal sich selbst helfen muss. Der 25 Jahre alte Spanier sitzt im Esszimmer seiner Gastfamilie im hessischen Otzberg und lächelt. Er ist etwas schüchtern, die deutschen Worte wol- len noch nicht so flüssig über die Lippen kommen, wie Héctor es gerne hätte. Seit August 2014 macht er eine Aus- bildung zum Chemikanten bei der Firma Merck in Darm- stadt. Dabei hat er bereits ein Diplom als Chemieingenieur in der Tasche. „Ich bin froh, dass ich diese Möglichkeit ha- be“, sagt er. In Spanien liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei rund 55 Prozent. Mehrere Schulfreunde von Héctor sind nach Großbritannien gegangen. Er hat sich für Deutsch- land entschieden. Seine Kommilitonen, die in Spanien ge- blieben sind, haben bisher nur Praktika und befristete, schlecht bezahlte Jobs gefunden. „Das war eigentlich I n einer Berufsschule in Kabul sitzt Muzhda Homa Bari mit drei Kolleginnen auf einem abgewetzten braunen Sofa. Die jungen Frauen strahlen. Sie haben sich heraus- geputzt, Muzhda ganz besonders: enge blaue Jeans, eine taillierte schwarze Jacke und ein lose um den Kopf gewor- fenes schwarzes Tuch. Auch geschminkt ist Muzhda. Ihre Kolleginnen tragen – etwas traditioneller – lange Kleider oder Röcke, darunter blitzen Schuhe mit Absätzen hervor. Die Frauen haben im vergangenen halben Jahr eine Fort- bildung für angehende Berufsschullehrerinnen absolviert. Heute bekommen sie ihre Zeugnisse. Zuvor haben sie selbst zwei Jahre lang eine Berufsschule besucht. Sie sind zwischen 20 und 22 Jahre alt, bald werden sie andere jun- ge Frauen unterrichten. Rechnungswesen, Management und Buchführung haben sie gelernt. Ihre Kenntnisse sollen sie nun weitergeben. Die vier angehenden Lehrerinnen gehören zur Bildungselite Afgha- Zeit der Träume, Zeit der Unsicherheit Ob in Entwicklungs- oder Industrieländern: Überall ist die Jugend damit beschäftigt, Eintrittskarten in die Welt der Erwachsenen zu bekommen. Gerade dort, wo Armut herrscht, lasten hohe Erwar- tungen auf den Jugendlichen. Text Uta Rasche Vor allem Mädchen ist der Zugang zu Bildung häufig noch erschwert. In Afghanistan wird er nach der Herr- schaft der Taliban nur allmählich wieder möglich. » fotoS:GETTYIMAGES/AlanSirulnikoff(S.14),SergeyPonomarev/laif(s.16) akzente 1/1517

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