Nachgehalten

Gegen den Hunger

Die GIZ hat Ruanda im Auftrag des BMZ dabei unterstützt, seine Landwirtschaft zu verbessern.

KOSTBARES REGENWASSER

Projekt: Intensivierung der Nahrungsmittelproduktion in Ruanda
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Laufzeit: 1985 bis 1994

DAMALS: Ruanda, das „Land der 1000 Hügel“, hat eine hohe Bevölkerungsdichte. Es herrscht Nahrungsmittelknappheit, weil 90 Prozent der Bauern auf sehr kleinen Flächen (weniger als ein Hektar) nur für den Eigenbedarf Landwirtschaft betreiben. Sie bauen vor allem Kartoffeln, Mais, Süßkartoffeln, Bohnen und Erbsen an und erwirtschaften geringe Einkommen auf Teeplantagen. Die Hänge, an denen die Felder liegen, sind eigentlich zu steil für den Ackerbau und von Erosion geschädigt. Die Fruchtbarkeit des Bodens nimmt ab.
 
HEUTE: Die GIZ entwickelte das Konzept der „standortgerechten Landwirtschaft“. Die Bauern lernen etwa, die Hänge zu terrassieren, damit der Regen den Boden nicht wegspült. Dabei werden in Handarbeit ebene Flächen geschaffen, damit das Regenwasser einsickern kann. Die Bauern pflanzen auf die Böschungen Gräser, Sträucher und Bäume, die in Baumschulen angezüchtet wurden. Deren Wurzeln stabilisieren die Terrassen. Die Pflanzen dienen als Futter für Vieh, zum Düngen und als Baumaterial. In jedem der damals elf Distrikte Ruandas wurden mindestens 200 Hektar Land terrassiert – eine Fläche von etwa 100 Fußballfeldern je Distrikt. Mit dem Völkermord von 1994 endete das Projekt. Der damalige nationale Koordinator promovierte in Deutschland, später wurde er Landwirtschaftsminister in Ruanda. In dieser Funktion führte er die Terrassierung mit einem Förderprogramm der Regierung fort. Heute ernährt die Terrassenlandwirtschaft mehrere Millionen Menschen.

 

aus akzente 3/17

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